Schmerzensgeld für Magnus Gäfgen: Recht so!

Heute sorgte die Nachricht für Aufruhr, dass Magnus Gäfgen, der Mörder von Jakob Metzler, nun doch eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 3000 Euro erhält. Der Grund dafür: Polizisten hatten Gäfgen bei der Vernehumg „unvorstellbare Schmerzen“ angedroht, wenn er den Aufenthaltsort seines Opfers nicht preisgeben sollte. Zu der Entscheidung des Frankfurter Landgerichts kann es nur einen Kommentar geben: Gott sei Dank!

Hätte Gäfgen keine Entschädigung für die ihm angedrohte Folter erhalten, wäre das ein Schlag ins Kontor für unseren Rechtsstaat gewesen. Auch ein Verdächtiger oder gar Verurteilter hat Rechte, und die dürfen ihm gerade von der Staatsmacht nicht entzogen werden. Wenn hier eine massive Gewaltandrohung durch Polizisten von Richter Christoph Hefter nicht zu einem Urteil zu Gunsten des Opfers geführt hätte, wären solchen Methoden, die nichts, aber auch gar nichts mit geltendem Recht zu tun haben, Tür und Tor geöffnet worden. Sicher, die Familie des Opfers wird dies noch einmal schmerzen, und das Unverständnis in Teilen der Bevölkerung ist auch vorhersehbar gewesen, aber bei längerem Reflektieren kann es kein anderes Urteil geben, wenn die Androhung von Folter bewiesen wurde – und das wurde sie offenbar. So schmerzhaft es manchmal ist, auch die Täter haben Rechte, und das muss unbedingt so bleiben.

Alles in allem: Gute Entscheidung.

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